Raum:
GA 6/51
Tel.: 0234 32 -
26717
E-Mail: lasse.heerten@rub.de
Ich bin Historiker des neuzeitlichen Westeuropa und subsaharischen Afrika mit einem besonderen Interesse an atlantischen, globalen und planetarischen Verflechtungen. Dabei interessiere ich mich insbesondere für die Geschichte des Politischen, für Begriffs- und Bildgeschichte, für die Geschichte von Städten, von Mensch-Umwelt-Beziehungen und des Kapitalismus. Vor kurzem habe ich meine Habilitation mit dem Titel Wasser und Stein. Hamburg, der Hafen und die Elbe im Zeitalter globaler Imperien abgeschlossen. Die Grundlage dafür habe ich im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes Tor zur Welt: Der Hamburger Hafen und das Kaiserreich (DFG) gelegt. Die Habilitation entwickelt Beiträge zur Geschichte von Hafenstädten, der Geschichte des Kaiserreichs und transimperialen Verflechtungen sowie zu interdisziplinären Debatten zum Anthropozän.
Nach meinem Studium, das mich unter anderem nach Paris, Oxford und Berlin geführt hat, habe ich mein erstes, auf meiner Promotion (Freie Universität Berlin 2014; summa cum laude) basierendes Buch zur Globalgeschichte des Nigerianischen Bürgerkriegs (1967–1970) und der humanitäre Krise in der Republik Biafra geschrieben. Dabei habe ich analysiert, wie aus einem Konflikt in der Dritten Welt, dem anfangs nur wenig internationales Interesse zuteilwurde, ein globales Medien- und Protestereignis wurde, als die humanitäre Krise in der Sezessionsrepublik Biafra weltweite Aufmerksamkeit erregte. Mit der Arbeit habe ich zu verschiedenen Forschungsfeldern beigetragen, insbesondere der Geschichte der Menschenrechte und des Humanitarismus, der Forschung zur postkolonialen internationalen Ordnung, der Globalgeschichte der Proteste der 1960er Jahre sowie zu Holocausterinnerung und Holocaustvergleichen aus globaler Perspektive. Das Dissertationsmanuskript habe ich während eines Jahres als Postdoctoral Fellow in Human Rights an der University of California at Berkeley für die Veröffentlichung überarbeitet. Das Buch ist 2017 bei Cambridge University Press erschienen, 2019 folgte die Taschenbuchausgabe.
Lasse Heerten: Die Vernetzung der Welt. Maritime Globalisierungen, in: Deutsches Historisches Museum (Hg.): Europa und das Meer, München 2018, S. 89-97.
Lasse Heerten, Dirk Moses: The Nigeria-Biafra War. Postcolonial Conflict and the Question of Genocide, in: Journal of Genocide Research 16 (2014), Heft 2-3, S. 169-203.
Lasse Heerten: The Dystopia of Postcolonial Catastrophe. Self-Determination, the Biafran War of Secession and the 1970s Human Rights Moment, in: Jan Eckel, Samuel Moyn (Hgg.): The Breakthrough: Human Rights in the 1970s, Philadelphia 2013, S. 15-32.
Lasse Heerten: Die Dystopie postkolonialer Katastrophen. Das Recht auf Selbstbestimmung, der biafranische Sezessionskrieg und die Menschenrechte, in: Jan Eckel, Samuel Moyn (Hgg.): Moral für die Welt? Menschenrechtspolitik in den 1970er Jahren, Göttingen 2012, S. 68-99.
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Geschichtswissenschaften
Transnationale Geschichte des 19. Jahrhunderts
GA 6/55
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
E-Mail: lasse.heerten@rub.de
Die Sprechstunde bei Vert.-Prof. Dr. Lasse Heerten findet in Präsenz statt (Raum GA 6/51).