NACH OBEN

Vert.-Prof. Dr. Lasse Heerten

Raum: GA 6/51
Tel.: 0234 32 - 26717
E-Mail: lasse.heerten@rub.de

Vert.-Prof. Dr. Lasse Heerten
© Christoph Kalter

Ich bin Historiker des neuzeitlichen Westeuropa und subsaharischen Afrika mit einem besonderen Interesse an atlantischen, globalen und planetarischen Verflechtungen. Dabei interessiere ich mich insbesondere für die Geschichte des Politischen, für Begriffs- und Bildgeschichte, für die Geschichte von Städten, von Mensch-Umwelt-Beziehungen und des Kapitalismus. Vor kurzem habe ich meine Habilitation mit dem Titel Wasser und Stein. Hamburg, der Hafen und die Elbe im Zeitalter globaler Imperien abgeschlossen. Die Grundlage dafür habe ich im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes Tor zur Welt: Der Hamburger Hafen und das Kaiserreich (DFG) gelegt. Die Habilitation entwickelt Beiträge zur Geschichte von Hafenstädten, der Geschichte des Kaiserreichs und transimperialen Verflechtungen sowie zu interdisziplinären Debatten zum Anthropozän.

Nach meinem Studium, das mich unter anderem nach Paris, Oxford und Berlin geführt hat, habe ich mein erstes, auf meiner Promotion (Freie Universität Berlin 2014; summa cum laude) basierendes Buch zur Globalgeschichte des Nigerianischen Bürgerkriegs (1967–1970) und der humanitäre Krise in der Republik Biafra geschrieben. Dabei habe ich analysiert, wie aus einem Konflikt in der Dritten Welt, dem anfangs nur wenig internationales Interesse zuteilwurde, ein globales Medien- und Protestereignis wurde, als die humanitäre Krise in der Sezessionsrepublik Biafra weltweite Aufmerksamkeit erregte. Mit der Arbeit habe ich zu verschiedenen Forschungsfeldern beigetragen, insbesondere der Geschichte der Menschenrechte und des Humanitarismus, der Forschung zur postkolonialen internationalen Ordnung, der Globalgeschichte der Proteste der 1960er Jahre sowie zu Holocausterinnerung und Holocaustvergleichen aus globaler Perspektive. Das Dissertationsmanuskript habe ich während eines Jahres als Postdoctoral Fellow in Human Rights an der University of California at Berkeley für die Veröffentlichung überarbeitet. Das Buch ist 2017 bei Cambridge University Press erschienen, 2019 folgte die Taschenbuchausgabe.

Publikationen

Lasse Heerten: An Imperial Adventus into a City of Warehouses: History, Modernity, and Urbanity in the Symbolic and Material Construction of Hamburg’s Free Port, in: Central European History 57 (2024), Heft 3, S. 311-337.

Lasse Heerten: Biafras of the Mind. French Postcolonial Humanitarianism in Global Conceptual History, in: The American Historical Review 126 (2021), Heft 4, S. 1448-1484.

Lasse Heerten: Der Biafra-Krieg als globales Medien- und Protestereignis, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 71 (2021), Nr. 32-33, S. 28-33.

Lasse Heerten: Mooring Mobilities, Fixing Flows: Towards a Global Urban History of Port Cities in the Age of Steam, in: Journal of Historical Sociology 34 (2021), Heft 2, S. 350-374.

Lasse Heerten: Anti-Slavery and Indentured Labor in the Age of Global Empire, in: Humanity. An International Journal of Human Rights, Humanitarianism, and Development 11 (2020), Nr. 3, S. 352-369.

Lasse Heerten, Marie-Luce Desgrandchamps, Arua Oko Omaka, Kevin O’Sullivan, Bertrand Taithe: Roundtable: Biafra, Humanitarian Intervention and History, in: Journal of Humanitarian Affairs 2 (2020), Heft 2, S. 66-78.

Lasse Heerten: The Biafran War and Postcolonial Humanitarianism. Spectacles of Suffering, Cambridge 2017 (Taschenbuchausgabe 2019).

Lasse Heerten, Dirk Moses (Hgg.): Postcolonial Conflict and the Question of Genocide. The Nigeria-Biafra War, 1967-1970, Abingdon 2018.

Lasse Heerten: Die Vernetzung der Welt. Maritime Globalisierungen, in: Deutsches Historisches Museum (Hg.): Europa und das Meer, München 2018, S. 89-97.

Lasse Heerten, Dirk Moses: The Nigeria-Biafra War. Postcolonial Conflict and the Question of Genocide, in: dies. (Hg.): Postcolonial Conflict and the Question of Genocide. The Nigeria-Biafra War, 1967-1970, Abingdon 2018, S. 3-43.

Lasse Heerten: Ankerpunkte der Verflechtung. Hafenstädte in der neueren Globalgeschichtsschreibung, in: Geschichte und Gesellschaft 43 (2017), Heft 1, S. 146-175.

Lasse Heerten: Menschenrechte und Neue Menschenrechtsgeschichte, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 31. Januar 2017.

Lasse Heerten: ‚A‘ as in Auschwitz, ‚B‘ as in Biafra. The Nigerian Civil War, Visual Narratives of Genocide, and the Fragmented Universalization of the Holocaust, in: Heide Fehrenbach, Davide Rodogno (Hgg.): Humanitarian Photography. A History, New York 2015, S. 249-274.

Lasse Heerten, Dirk Moses: The Nigeria-Biafra War. Postcolonial Conflict and the Question of Genocide, in: Journal of Genocide Research 16 (2014), Heft 2-3, S. 169-203.

Lasse Heerten: The Dystopia of Postcolonial Catastrophe. Self-Determination, the Biafran War of Secession and the 1970s Human Rights Moment, in: Jan Eckel, Samuel Moyn (Hgg.): The Breakthrough: Human Rights in the 1970s, Philadelphia 2013, S. 15-32.

Lasse Heerten: Die Dystopie postkolonialer Katastrophen. Das Recht auf Selbstbestimmung, der biafranische Sezessionskrieg und die Menschenrechte, in: Jan Eckel, Samuel Moyn (Hgg.): Moral für die Welt? Menschenrechtspolitik in den 1970er Jahren, Göttingen 2012, S. 68-99.

Lasse Heerten: A wie Auschwitz, B wie Biafra. Der Bürgerkrieg in Nigeria (1967–1970) und die Universalisierung des Holocaust, in: Zeithistorische Forschungen 8 (2011), Heft 3, S. 394-413.

Lasse Heerten: Léopold Sédar Senghor als Subjekt der ‚Dialektik des Kolonialismus‘. Ein Denker Afrikas und die imperiale Metropole, in: Stichproben. Wiener Zeitschrift für kritische Afrikastudien 15 (2008), Heft 2, S. 87-116.

Kontakt

Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Geschichtswissenschaften
Transnationale Geschichte des 19. Jahrhunderts
GA 6/55
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
E-Mail: lasse.heerten@rub.de

Sprechstunden

Die Sprechstunde bei Vert.-Prof. Dr. Lasse Heerten findet in Präsenz statt (Raum GA 6/51).

Bitte melden Sie sich über den DFN Terminplaner an.